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Januar
Einen durchaus subjektiven Kalender haben die beiden Preußen-Freunde Ralph Breyer und Jörg-Hendrik Sohst für dieses Jahr zusam

Preußen – Kalender JANUAR

 

Einen durchaus subjektiven Kalender haben die beiden Preußen-Freunde Ralph Breyer und Jörg-Hendrik Sohst für dieses Jahr zusammengestellt. Breyer, z.Zt. wissenschaftlicher Berater des Museums zur Brandenburgisch-Preußischen Geschichte auf Schloss Gusow, Sohst, selbstständiger Privatdozent in Berlin und Paris, haben den Kalender als Buch herausgegeben.
Die Luxusausgabe in Leder gebunden kostet 78,- DM, die einfache Ausgabe 34,80 DM.
Einen monatlichen Vorabdruck veröffentlichen die Preußischen Nachrichten, das Buch ist über die Preußische Gesellschaft erhältlich.

 

1. Januar 1683 Gründung des Forts Groß-Friedrichsburg durch Major v.d. Groeben in Ostafrika

Die holländischen Lehrjahre des Großen Kurfürsten hatten diesem die Bedeutung einer eigenen Marine und den Wert des Besitzes überseeischer Kolonien vor Augen geführt. Deshalb versuchte er, dem Vorbild der Seemächte Spanien, Portugal, England und Niederlande nachzueifern. Allerdings fehlten dem kleinen Brandenburg die ökonomischen Mittel, diese Errungenschaften dauerhaft zu machen, zu behaupten und wirklichen Nutzen aus ihnen zu ziehen. Auch der Sklavenhandel, an dem sich die Brandenburger zeitweilig beteiligten, brachte keine Änderung. Daher verkaufte König Friedrich Wilhelm I. die überseeischen Besitzungen Preußens 1718 / 20 an die Holländisch-Westindische Compagnie. Das Gebäude des Forts existiert heute noch in Ghana und wird mit bescheidenen Mitteln als ein Hotel unterhalten.

1. Januar 1906 General der Infanterie Hellmuth Graf Moltke (der Jüngere) wird Chef des Großen Generalstabes

Nachdem Graf Schlieffen, der „Große Chef“, aus Alters- und Gesundheitsgründen von der Leitung des Generalstabes zurücktreten musste, wollte Kaiser Wilhelm II. den „traurigen Julius“, wie er den künstlerisch und geistig hoch gebildeten, pessimistischen Neffen des berühmten Feldmarschalls der Einigungskriege nannte, zu dessen Nachfolger machen. Moltke äußerte Skepsis; es sei, als wolle der Kaiser zweimal in der gleichen Lotterie gewinnen. Er akzeptierte die Ernennung unter der Bedingung, dass sich Wilhelm zukünftig bei der Durchführung der Manöver, die in der Vergangenheit öfter zur kaiserlichen Show geraten waren, als für den Ausbildungsstand der Armee gut war, zurückhielt. Wilhelm akzeptierte.

2. Januar 1861 Tod König Friedrich Wilhelms IV. in Potsdam

Der König war bereits seit längerer Zeit krank gewesen und hatte auf die Politik Preußens keinen Einfluss mehr genommen. Das Scheitern seiner einst hochgesteckten Erwartungen und Absichten, die Revolution von 1848/49 und auch der Konflikt um seine Herrschaftsrechte im Schweizer Kanton Neuenburg (1856) hatten ihn depressiv gemacht, mehrere Schlaganfälle taten ein übriges. Königin Elisabeth pflegte den Schwerkranken in Schloss Sanssouci, wo er auch starb. Seinen bei Potsdam gelegenen Alterssitz Schloss Lindstedt, den er selbst mit entworfen hatte, konnte er nicht mehr nutzen. Mit seinem Tod wird der Prinzregent als Wilhelm I. König.

3. Januar 1571 Kurfürst Joachim II. Hektor gestorben

Als Kurfürst Joachim II. Hektor in Cöpenick starb, hinterließ er Brandenburg in mehrerer Hinsicht anders, als er es vorgefunden hatte. Er führte die Reformation in Brandenburg ein, indem er 1539 das Abendmahl in „beiderlei Gestalt“ (Brot und Wein), also nach evangelischem Ritus, nahm und später die kirchlichen Verhältnisse seines Landes der neuen Lehre entsprechend ordnete. Unter ihm wurde Berlin-Kölln zur ständigen Residenz des kurfürstlichen Hofes, während noch sein Vater, Joachim I., auch Tangermünde als solche benutzt hatte. Und er hatte die Finanzen des Landes durch eine bemerkenswerte Verschwendungssucht ruiniert.

4. Februar 1695 Generalfeldmarschall Georg Reichsfreiherr von Derfflinger in Gusow gestorben

Derfflinger stammte aus bescheidenen Verhältnissen, sein Vater soll Schneidermeister gewesen sein, er selbst dieses Handwerk gelernt und ausgeübt haben, bevor er sich dem Soldatenstand anschloss. Um ihn dieser Herkunft wegen zu ärgern, setzten die Rathenower, als er sie belagerte, eine Fahne mit einer Schere auf ihre Stadttürme. Der „Alte Derfflinger“ war die zentrale militärische Gestalt Brandenburgs im 17. Jahrhundert; der Sieg bei Fehrbellin geht wesentlich auf seine Führungsqualitäten zurück.

4. Januar 1913 Generalfeldmarschall Alfred Graf Schlieffen in Berlin gestorben

Der „Alpdruck der Koalitionen“ (Bismarck) hatte mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert dazu geführt, dass an einen Krieg zwischen einzelnen Mächten wie 1866 oder 1870 nicht mehr zu denken war. Vielmehr machte die glücklose Politik Wilhelm II. einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland wahrscheinlich. Das damit verbundene Problem sollte durch Schlieffens Aufmarschplan für die deutsche Armee gelöst werden, in dem ein schneller Bewegungskrieg mit gewaltiger Vernichtungsschlacht im Westen bei hinhaltender Kriegführung im Osten vorgesehen war. Das Scheitern seines Planes zu erleben, blieb Schlieffen erspart. Nachfolger Moltke d.J. änderte wesentliche Details in Konzept und Durchführung, so dass im Nachhinein schwer zu sagen ist, ob mit diesem Plan eine reale Siegeschance gegeben war.

5. Januar 1762 Der Tod der russischen Zarin Elisabeth II.

Die Zarin, eine Tochter Peter des Großen, war durch berechtigte, aber sehr undiplomatische Bemerkungen Friedrich II. – er nannte sie eine gekrönte Hure – zu dessen erbitterter Gegnerin geworden. Ihr Tod wird zur Rettung für Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg. Zar Peter III., ihr Nachfolger, beendet die russische Kriegführung gegen Preußen, nachdem sein Einfluss bereits zuvor die Kriegsanstrengungen der russischen Generale gedämpft hatte – es war indirekt ihm zu verdanken, dass diese nach Kunersdorf Friedrich nicht vollends vernichtet haben („Miracel des Hauses Brandenburg“). Das Bündnis, welches er mit Friedrich abschloss, wurde nach seiner baldigen Ermordung zwar von Zarin Katharina (der Großen) annulliert, beim Frieden jedoch blieb es.

6. Januar 1776 Major Ferdinand von Schill geboren

Major Ferdinand von Schill war nach 1807 Kommandeur des 2. Brandenburgischen Husarenregiments geworden. Ermutigt durch die antinapoleonischen Aufstände in Spanien und Tirol, verließ er mit seinen Truppen am 28. April 1809 Berlin und nahm danach auf eigene Faust den Krieg gegen die Franzosen auf. Doch trotz begeisterter Zustimmung der Bevölkerung, z.B. in Dessau, erhielt er kaum wirkliche Unterstützung. Alleingelassen, schlug er sich in der Hoffnung auf britische Hilfe nach Stralsund durch. Dänische Truppen, die auf Seiten der Franzosen standen, griffen die Stadt an. Im folgenden Straßenkampf fand Schill den Tod.

7. Februar 1807 Schlacht bei Preußisch Eylau

Nach den schweren und zum Teil auch einfach peinlichen Niederlagen und Waffenstreckungen des Jahres 1806 offenbarte der tapfere Kampf der Russen, unterstützt von Teilen der alten preußischen Armee unter General L’Estocq und seinem Stabschef Scharnhorst bei Preußisch Eylau, dass diese auch vor den Reformen bei entsprechender Führung durchaus leistungsfähig war und den Franzosen nicht hoffnungslos unterlegen sein musste. Die Schlacht endete unentschieden.

7. Januar 1724 Generalfeldmarschall (1793) Wichard Joachim Heinrich von Möllendorf geboren

v. Möllendorf, im nördlich von Berlin gelegenen Lindenberg geboren, erwarb sich unter Friedrich d. Großen die ersten Meriten im Siebenjährigen Krieg (vor allem in den Schlachten bei Leuthen und Burkersdorf) und wurde bereits mit 38 Jahren General. 1794 übernahm er den Oberbefehl über die preußischen Truppen im Krieg gegen des revolutionäre Frankreich, dessen Armeen er im gleichen Jahr zweimal bei Kaiserslautern schlug. Am unglücklichen Feldzug von 1806 nahm er infolge seines hohen Alters teil, ohne ein Kommando innezuhaben. Er starb im hohen Alter von 92 Jahren am 28. Januar 1816 in Havelberg.

7. Januar 1890 Kaiserin Augusta, die Gemahlin Wilhelm I., gestorben

Als Liebesheirat kann man die Hochzeit der sachsen-weimarischen Prinzessin Augusta mit dem Prinzen von Preußen 1829 nicht bezeichnen, hatte dieser doch auf die Eheschließung mit seiner nicht standesgemäßen Geliebten Fürstin Elise Radziwill verzichten müssen, als die absehbare Kinderlosigkeit der Ehe seines Bruders es notwendig machte, ihn zum Thronfolger zu bestellen. Das Verhältnis von Augusta und Wilhelm aber war von gegenseitiger Achtung und Freundschaft bestimmt. Versuche der Königin und späteren Kaiserin, auf ihren Gemahl politisch einzuwirken, richteten sich aus einer liberalen Position gegen Bismarck, blieben aber im wesentlichen erfolglos.

8. Januar 1598 Kurfürst Johann Georg gestorben

Im Jahre 1571 starb nicht nur Johann Georgs Vater, Kurfürst Joachim II. (Hektor), sondern auch sein Onkel, Hans von Küstrin. Dadurch kam das erneute Zusammenfallen aller brandenburgischen Besitzungen in der Hand des Kurfürsten Johann Georg zustande; dem Land blieb dauerhafte Teilung erspart. Der Kurfürst schaffte es, die unter seinem Vater ruinierten Finanzen zu sanieren und eine allgemeine Stabilität herzustellen.

9. Januar 1499 Kurfürst Johann Cicero gestorben

Mit dem römischen Beinamen hat man wohl die klassische Bildung, die Kurfürst Johann so sehr am Herzen lag, ehren wollen – sicher eine Parallele zu seinem Vater Albrecht, dem sein kriegerisches Wesen den Beinamen „Achilles“ eingetragen hatte. Die von seinem Sohn ausgeführte Universitätsgründung in Frankfurt an der Oder hatte ursprünglich er mit Hingabe betrieben. Dennoch war auch Johann nicht willens, sich etwas von seinen fürstlichen Ansprüchen abhandeln zu lassen: Der Stadt Stendal, die sich bewaffnet weigerte, eine Biersteuer zu zahlen – die so genannte Bierziese, sie betrug 12 Pfennig von der Tonne – zwang er mit harter Hand die doppelte Steuer auf, die Anführer der Aufständischen ließ er hinrichten.

10. Januar 1920 Der Versailler Vertrag tritt in Kraft

Der Friedensvertrag bringt bedeutende Gebietsverluste – direkt oder infolge von Abstimmungen – für den preußischen Staat mit sich: Westpreußen, Danzig, Oberschlesien und das Memelgebiet sowie das Hultschiner Ländchen im Osten, das Saarland und Eupen-Malmedy im Westen. Das bedeutete, dass nicht nur Deutschland, sondern auch Preußen wieder in zwei Teile zerschlagen war. Durch den so genannten polnischen Korridor, den Zugang des neu gegründeten Polen zur Ostsee, wurde Ostpreußen zu einer Exklave, wie es das vor der 1. polnischen Teilung (1772) gewesen war. Der Ort für die Unterzeichnung des Vertrages war nicht zufällig gewählt worden: es handelte sich um eine bewusste Demütigung Deutschlands, um die französische Antwort auf die Kaiserproklamation von 1871. Das Versailler Diktat, das von allen deutschen Parteien abgelehnt wurde, trug wesentlich dazu bei, dass der Nationalsozialismus in Deutschland erfolgreich werden konnte.

11. Januar 1793 Johanna Stegen geboren

Zu einer preußischen Heldin wurde die gebürtige Lüneburgerin, als es am 2.4.1813 bei ihrer Heimatstadt zu einem Gefecht des 1. Pommerschen Infanterie-Regimentes mit napoleonischen Truppen kam. Den Preußen drohte die Munition auszugehen. Da trug die zwanzigjährige Johanna Stegen in ihrer Schürze Patronen herbei, was entscheidend dazu beitrug, das Gefecht zu einem Sieg zu machen. Ihre Tat trug ihr den Namen „das Heldenmädchen von Lüneburg“ ein. Johanna Stegen heiratete später den preußischen Unteroffizier Wilhelm Hindersin, der nach den Befreiungskriegen als Drucker im preußischen Kriegsministerium arbeitete. Sie starb am 12.1.1842 in Berlin, einen Tag nach ihrem 49. Geburtstag.

11. Januar 1911 Konstituierende Versammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften

Die Gesellschaft entstand auf eine Anregung Kaiser Wilhelm II. und nach Vorschlägen Adolf von Harnacks. Ihr Ziel war es, vor allem der naturwissenschaftlichen Forschung Impulse zu geben, indem man selbstständige Forschungsinstitute gründete, welche – anders als die Hochschulen – mit keinerlei Lehrverpflichtungen belastet sein sollten. Die Mittel kamen aus privaten und staatlichen Zuwendungen und Spenden; aber auch die Industrie, die vom modernen Konzept der Gesellschaft sehr direkt zu profitieren vermochte, unterstützte die Einrichtung großzügig. In der Max-Planck-Gesellschaft wird diese Tradition auch heute noch fortgeführt.

12. Januar 1721 Generalfeldmarschall (1758) Herzog Ferdinand v. Braunschweig-Wolfenbüttel geboren

Ferdinand von Braunschweig gehört zweifellos zu den großen Feldherren der friderizianischen Epoche. Er nahm an allen Kriegen dieser Zeit teil und zeichnete sich mit seiner Brigade bei Soor durch große Selbständigkeit aus. Am 16. November 1757 übernahm er den Oberbefehl über die verbündeten Truppen auf dem nordwestdeutschen Kriegsschauplatz, wo es ihm gelang, die französischen Armeen zu binden und damit dem Preußenkönig den Rücken freizuhalten. Er agierte dabei sehr erfolgreich, wenngleich gesagt werden muss, dass er die meisten seiner Pläne seinem Sekretär Christian Westphalen verdankte. Am 23. Juni 1758 errang er den Sieg bei Krefeld.

13. Januar 1505 Kurfürst Joachim II. Hektor geboren

Joachim II. wurde 1535 mit dem Tod seines Vaters, Joachim I. Nestor, Kurfürst von Brandenburg. Mit seinem Namen verbindet sich die offizielle Einführung der Reformation 1539. Er gab dem Lande im folgenden Jahr eine entsprechende Kirchenordnung. Politisch orientierte er sich jedoch an Habsburg; im Schmalkaldischen Krieg 1546 – 1547 unterstützte er Kaiser Karl V. gegen die anderen protestantischen Reichsfürsten und war damit auf der Siegerseite. Er schloss 1537 einen Erbvertrag mit den schlesischen Herzögen von Brieg, Liegnitz und Wohlau aus dem Haus der Piasten ab, den die Habsburger als Landesherren aber niemals anerkannt haben. Auf diesen Vertrag geht ein Teil der Ansprüche auf Schlesien zurück, die Friedrich II. 1740 einlöste. Joachim II. war ein wohlwollender, freundlicher und großzügiger Mann, der zur Bequemlichkeit neigte und die Üppigkeit prunkvoller Hoffeste liebte – was seinen Finanzen nicht gut tat.

13. Januar 1867 Rittergut Düppel errichtet

Prinz Friedrich Karl von Preußen hatte im Vorjahr den Sturm auf die Düppeler Schanzen kommandiert und galt daher als der Sieger. dass er damals noch bei weitem nicht über alle Entschlossenheit verfügte, die einen Feldherren auszeichnen sollte, und dass vieles seinen Generalen und Beratern zu verdanken war, wussten wenige. Der König jedenfalls gestattete dem Prinzen, das von ihm 1859 gekaufte Bauerngut Neu-Zehlendorf im Westen Berlins in das „Rittergut Düppel“ zu verwandeln und so seinem Sieg eine Erinnerung zu schaffen.

14. Januar 1742 König Friedrich II. exerziert persönlich die Garde du Corps im Tiergarten

Das von ihm gegründete Regiment, welches zu seiner Zeit als 13. Kürassier-Rgt. zählte, wurde für Friedrich zum Modellfall der Verbesserung seiner Kavallerie, welche sich im Ersten Schlesischen Krieg gegenüber den österreichischen Reitern als durchaus unzulänglich erwiesen hatte. Das Regiment galt später als das vornehmste Kavallerie-Regiment der preußischen Armee, es bestand bis zum Ende des 1. Weltkrieges.

15. Januar 1711 Die von Friedrich I. gegründete „Societät der Wissenschaft“ hält ihre erste Sitzung ab

Leibniz hatte die Gründung angeregt; er hatte das Ideal, zum Glück der Menschheit arbeitende unabhängige Wissenschaftsinstitute überall in Europa zu etablieren. Indessen nur im neugegründeten Preußen, wo ihn Königin Sophie Charlotte unterstützte, war er mit seinem Entwurf erfolgreich. Die Societät lebte später, nach einer Umgestaltung im Zuge der Reformen, als Preußische Akademie der Wissenschaften weiter.

16. Januar 1756 Abschluss der Konvention von Westminster zwischen England und Preußen

Sich mit England zu einem Zeitpunkt zu verbinden, der weltweit vom kolonialen Konkurrenzkampf zwischen diesem und Frankreich geprägt war, musste letzteres dem Habsburgerreich in die Arme führen, das die Hoffnung auf die Wiedergewinnung Schlesiens niemals aufgegeben hatte. Was Friedrich damit zu verhindern hoffte, brachte dieser Vertrag erst zustande: ein festes, gegen ihn gerichtetes Bündnis. Der frankophile Preußenkönig selbst hat die Konstellation als „unnatürlich“ empfunden. Nach der Schlacht bei Roßbach sagte er gefangenen französischen Offizieren, er könne sich nicht daran gewöhnen, sie als seine Feinde anzusehen.

17. Januar 1701

Am Vorabend seiner Krönung zum „König in Preußen“ stiftet Kurfürst Friedrich III. den Hohen Orden vom Schwarzen Adler

Vormittag 11.00 Uhr investiert der Noch-Kurfürst Friedrich III. im Königsberger Schloss 17 Herren mit dem neugestifteten Hohen Orden vom Schwarzen Adler. Er blieb bis 1918 der höchste preußische Orden. Sein Bild erhielt er vom Wappentier des Herzogtums Preußen, welches seinerseits auf den vereinfachten Reichsadler-Schild zurückgeht, der dem schwarzen Kreuz des Deutschen Ritterordens aufgelegt wurde, als Kaiser Friedrich 1226 dem Orden dieses Land verlieh. Mit der Ordensdevise „Suum cuique“ (Jedem das Seine) wollte der neue König die Berechtigung seines Ranges unterstreichen. Das Orange der Ordensschärpe, mit dem auch der schwarze Adler des Bruststerns unterlegt ist, huldigt dem Haus Oranien.

17. Januar 1709 Zusammenlegung von Berlin, Cölln und Friedrichswerder zu einer Stadt

1237 wird Berlin erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Name der ursprünglich slawischen Fischersiedlung bedeutet „der Sumpf, das Moor“ – ein prophetischer Name für die deutsche Hauptstadt? Die Ansiedlungen entstanden auf mehreren Inseln, welche durch Flussarme der Spree und der Havel voneinander getrennt waren und dementsprechend ausgeprägtes Eigenleben entwickelten. Noch heute künden Namen wie „Fischerinsel“, „Museumsinsel“, „Am Kupfergraben“ oder „Friedrichswerder“ von diesen Ursprüngen.

18. Januar 1701 Gründung des Königreichs Preußen in Königsberg (Ostpreußen)

Nachdem sich der Große Kurfürst vergeblich um eine Königskrone bemüht hatte, gelang es erst seinem Sohn, mit der Zusage militärischer Unterstützung der österreichischen Politik im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 – 1714) die Zustimmung des Wiener Hofes zu einem außerhalb des Reiches, im souveränen Herzogtum Preußen situierten Königtum zu erkaufen – sozusagen eine Krönung zweiter Klasse, die nach dem Willen des Kaisers und der meisten anderen Reichsstände für die Stellung des Kurfürsten von Brandenburg innerhalb des Reiches keine Konsequenz haben sollte. Doch es kam anders: „Preußen entstand und wuchs empor als ein Wille seiner Könige zur Macht.“ (Christian Graf von Krockow)

18. Januar 1726 Prinz Heinrich geboren

Der dritte der Söhne des Soldatenkönigs war seinem Bruder Friedrich dem Großen, dem er als Feldherr und Diplomat loyal und erfolgreich diente, ebenbürtig und in manchen charakterlichen Zügen ähnlich. Obwohl Friedrich den Jüngeren als Diplomaten und Heerführer wertschätzte („der einzige General, der keinen Fehler gemacht hat“, nannte er ihn nach dem Siebenjährigen Krieg) und liebte – er schenkte ihm Schloss Rheinsberg – kultivierte Prinz Heinrich vor allem nach dem frühen Tod des gemeinsamen Bruders August Wilhelm, den er der harten Behandlung durch Friedrich zuschrieb, einen tiefen Hass gegen den König.

18. Januar 1871 Kaiserproklamation im Spiegelsaal zu Versailles

Nicht zu Unrecht wird auch dieser Tag als einer der vielen gesehen, die man als das Ende Preußens bezeichnen könnte. König Friedrich Wilhelm IV. hatte 1848 programmatisch verkündet, fortan werde Preußen in Deutschland aufgehen. Das geschah; wenn auch anders, als er es wollte: Als sein Bruder Deutscher Kaiser wurde, machte schon die Wahl des Datums klar, dass vielmehr Deutschland im Begriffe stand, verpreußt zu werden. Dennoch war es mit dem alten Preußen an diesem Tag vorbei: König Wilhelm ahnte dies mit sicherem Instinkt; er war tief unglücklich, weil der für ihn erhabene Titel eines Königs von Preußen durch einen anderen überhöht werden sollte, und weil dieser – wenn überhaupt – nur „Deutscher Kaiser“ und nicht „Kaiser von Deutschland“ lautete – für Wilhelm ein leerer Titel, ein „Charaktermajor“.

19. Januar 1723 König Friedrich Wilhelm I. weist das Generaloberfinanzkriegs- und Domänendirektorium feierlich in sein Amt ein

In zehn Jahren intensiver Arbeit hatte der Soldatenkönig den geerbten Staat umgestaltet und versucht, ihm effiziente Einrichtungen zu geben. Klarer als sein Vater sah er, dass nicht Diplomatie, Rechtstitel oder glänzende Repräsentation das heterogene Staatengebilde zusammenhalten würden, sondern einzig ein starkes Heer, als dessen Grundlage er eine funktionierende Wirtschaft und solide Finanzen schaffen wollte. Friedrich Wilhelm schrieb: „Ich bin Finanzminister und Feldmarschall des Königs von Preußen, das wird den König von Preußen aufrecht erhalten.“ Das Generaloberfinanzkriegs- und Domänendirektorium war ein Gesamtministerium, welches sämtliche Staatsaufgaben koordinieren sollte.

19. Januar 1808 Franz Kugler in Stettin geboren

Kugler war Historiker, Kunsthistoriker und Dichter. Im Jahre 1837 erschien ein von ihm verfasstes zweibändiges „Handbuch der Geschichte der Malerei“, dessen zweite Auflage sein Schüler und Freund Jakob Burckhardt besorgte. Berühmt wurde Kugler durch die von Adolph v. Menzel illustrierte „Geschichte Friedrichs des Großen“, die erstmals 1842 herauskam. Er starb am 18. 03. 1858 in Berlin.

19. Januar 1836 Generalfeldmarschall (1905) Gottlieb Graf Haeseler geboren

Der in Potsdam geborene Graf Haeseler war um die Jahrhundertwende eine stadtbekannte Figur von mumienartigem Äußeren, der für große Bedürfnislosigkeit und enormen Fleiß bekannt war – im Umfeld des Großen Generalstabes wirkte die Moltke-Maxime „Genie ist Fleiß“ sehr intensiv nach. Über ihn erzählte man sich folgende Anekdote: Durch Zufall bekam er mit, dass einer seiner Stabsoffiziere, die er am liebsten vierundzwanzig Stunden am Tag beschäftigt hätte, zwischendurch und heimlich ein belegtes Brot gegessen hatte. Er äußerte über den Mann: der sei bestenfalls für den Train verwertbar ... Als Heerführer hat sich Haeseler niemals bewähren können, denn zu Kriegsausbruch zählte er bereits 78 Jahre.

20. Januar 1746 Per Kabinettsorder werden Berlin, Magdeburg, Breslau und Stettin von Rekrutenaushebungen befreit

Der König von Preußen befand sich in einem fortgesetzten Dilemma: einerseits betrachtete er die Armee aufgrund der territorialen Gegebenheiten Preußens zurecht als das wichtigste Machtinstrument des Staates. Das Problem, Soldaten zu gewinnen, war ein zentrales, weil es die Vorstellung einer allgemeinen Wehrpflicht aller männlichen Bürger zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab – man behalf sich teilweise mit gewaltsamen Aushebungen. Andererseits war für die Ausrüstung und Verpflegung ebendieser Armee eine funktionierende Landwirtschaft sowie vor allem die ungestörte Entwicklung der städtischen Ökonomie vonnöten. Die Kabinettsorder stellt einen der Kompromisse dar, mit denen Friedrich dem letzteren Ziel gerecht zu werden versucht.

21. Januar 1883 Prinz Karl von Preußen gestorben

Am 29.6.1801 als Sohn Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise geboren, mithin ein Bruder König Friedrich Wilhelms IV. und Kaiser Wilhelms I., war Prinz Karl mit der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar, einer Schwester der nachmaligen Kaiserin Augusta, verheiratet. Seine künstlerischen Interessen waren ausgeprägt und machten ihn zu einem großen Sammler. 1824 erwarb er das seit Fürst Hardenbergs Tod 1822 leerstehende Gut Glienicke und gestaltete es nach dem Rat der ersten Architekten und Gartenkünstler seiner Zeit – Schinkel, Persius, Peter Joseph Lenné und Fürst Pückler-Muskau – zu einem Ensemble von einzigartiger Schönheit. Dabei wurden rund 25 000 Bäume umgesetzt. Er selbst hat bei den Arbeiten Ideen und Initiative eingebracht, und so nimmt es nicht wunder, dass Fürst Pückler sein berühmtes Gartenbuch dem Prinzen widmete. In Glienicke versammelte seine gebildete und schöne Frau einen Kreis geistvoller Persönlichkeiten, u.a. Alexander von Humboldt, um sich.
Trotz erfolgreicher militärischer Karriere brachte Prinz Karl es nicht zu Popularität oder gar Ruhm. Statt dessen kommt ihm das eher zweifelhafte Verdienst zu, die Parforcejagden in Preußen eingeführt und gepflegt zu haben. Zudem war Prinz Karl Herrenmeister des preußischen Johanniter-Ordens, und – was mehr zählt – der Vater des berühmten Prinzen Friedrich Karl.

22. Januar 1758 Der russische Feldmarschall Fermor zieht in Königsberg (Ostpr.) ein und lässt der russischen Zarin Elisabeth II. huldigen

Die Zarin hatte durchaus die Absicht, Ostpreußen dauerhaft zu annektieren. Friedrich der Große verzieh der Provinz diese Huldigung der ostpreußischen Stände niemals; nach dem Siebenjährigen Krieg hat er Ostpreußen nicht wieder besucht, während die anderen Gebiete seines Reiches sich seiner allgegenwärtigen Fürsorge und Bevormundung erfreuten.

23. Januar 1793 Der Vertrag über die 2. Teilung Polens wird zwischen Russland und Preußen unterzeichnet

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Friedrich des Großen vergleichsweise bedeutungsloser Nachfolger Friedrich Wilhelm II. dem Land weit größere Gebietsgewinne hinzufügen konnte, als es sein Vorgänger in härtesten Kämpfen vermocht hat. Er gewinnt in der 3. polnischen Teilung selbst Warschau als preußische Stadt. Doch die Gewinne sind nicht von Dauer, sie haben Preußen mehr destabilisiert als gefestigt. Den Weg zur Bereicherung am schwachen gemeinsamen Nachbarn Polen hatte bereits Friedrich vorgezeichnet; der über mehrere Stufen vollzogene gemeinsame Raub hat denn auch Preußen und Russland über lange Zeit zu natürlichen Verbündeten gemacht.

24. Januar 1712 König Friedrich II., der Große, geboren

Friedrich war der dritte Sohn des Soldatenkönigs und seiner Gattin Sophie Dorothea. Seine älteren Brüder waren unmittelbar nach der Geburt gestorben. Die familiär freudlose Kindheit und Jugend unter dem despotischen Vater ist bekannt. Sie kulminierte 1730 in einem Fluchtversuch und der Hinrichtung des Helfers und Freundes Katte. Damit hatte Friedrich Wilhelm I. den Kronprinzen gebrochen; allmählich versuchte Friedrich, zunächst eine Lockerung seines Arrestes zu erreichen, später das Vertrauen des Vaters wiederzugewinnen. Der honorierte die Bemühungen, indem er dem Sohn bestimmte Freiheiten zugestand. Diese Erziehung zeigte Wirkung: Langsam veränderte sich Friedrich, unmerklich wuchs er in die ihm zugedachte Rolle hinein und übertraf später seinen Vorgänger an Energie, Despotismus und soldatischer Gesinnung.

24. Januar 1962 Wehrpflichtgesetz der DDR erlassen

Die DDR trug sich, vom sowjetischen Verbündeten veranlasst, schon länger mit Plänen einer Wehrpflichtarmee, welche in das östliche Bündnis integriert werden sollte. Darin unterschied sich der Osten nicht vom Westen. Auch bestand eine eigene Armee, die NVA, schon seit einigen Jahren. An eine Wehrpflicht war jedoch erst zu denken, als die Errichtung der Berliner Mauer am 13. 8. 1961 es den Wehrpflichtigen unmöglich machte, sich dieser Forderung durch Flucht in den Westen zu entziehen. Nun sollte ja die NVA eine völlig neue Qualität haben als alle vorherigen deutschen Armeen, mit dem alten militaristische Ungeist sollte – unter Beibehaltung progressiver Traditionen – gebrochen werden. Wir wissen heute, dass dies nur teilweise gelang. Vielleicht war es ein Omen, dass das neue Wehrpflichtgesetz, sicherlich unbeabsichtigt, auf den Tag genau 250 Jahre nach der Geburt des Alten Fritzen erlassen worden ist.

25. Januar 1858 Prinz Friedrich Wilhelm (der nachmalige Kaiser Friedrich III.) heiratet Princess Royal Victoria im St. James Palace zu London

Zweck der von beiden Häusern gewünschten Verbindung war eine stabile Beziehung Britanniens zu Preußen. Nach Jahrzehnten enger dynastischer Bindungen Preußens an Russland bedeutete diese Ehe so etwas wie eine Änderung der Familienpolitik. Die gleichnamige Tochter der englischen Königin Victoria übte auf ihren Gatten erheblichen Einfluss aus, so dass dieser zur Politik seines Vaters und Bismarcks gelegentlich in Widerspruch geriet. Der Reichskanzler hatte Grund, die Kronprinzessin als eine politische Gegnerin von einigem Format anzusehen; für den Fall der Thronbesteigung des Kronprinzen rechnete er mit erheblichen Schwierigkeiten. Das hatte Folgen: es bewog ihn, im Lande eine gewisse antibritische Spannung aufrecht zu erhalten (die jedoch einen kritischen Punkt nie erreichen sollte). Er stellte aus diesem Grunde die von ihm ursprünglich ohne Interesse beobachteten kolonialen Gewinne deutscher Kaufleute und Abenteurer in Afrika unter den Schutz des Reiches und begann damit eine gemäßigte Kolonialpolitik.

26. Januar 1711 Geheimrat Boguslaw von Kameke wird Präsident der Geheimen Hofkammer

Boguslaw von Kameke hatte sich bereits vor 1711 als harscher Kritiker des in Brandenburg-Preußen herrschenden so genannten „Drei-Grafen-Ministeriums“ (Graf Wittgenstein, Graf Wartenberg und Christian Friedrich Luben von Wulffen) und dessen Misswirtschaft hervorgetan. Auch dem König waren die Zustände nicht verborgen geblieben, und der äußere Anlass zum Sturz der Allzukorrupten fand sich bald: die Zahlungsunfähigkeit einer von ihnen verwalteten Brandkasse. Kameke profitierte vom Fall seiner Gegner: er wurde gleichzeitig Leiter der Salz- und Postregale, der Zölle, der Forsten, des Berg- und Hüttenwesens sowie des Kammer- und Schatullwesens. Damit wurde bereits unter dem ersten Preußenkönig begonnen, die Ausgabenpolitik vorsichtig zu korrigieren.

26. Januar 1786 General der Kavallerie Hans Joachim von Zieten gestorben

Zieten war der bei weitem populärste General der friderizianischen Zeit – nicht zuletzt durch das berühmte Gedicht Fontanes. Kein wirklicher Stratege, aber ein hervorragender Taktiker von echter Husarenmentalität, kein brillanter Geist, wohl aber anständig, gerade und voll Zuversicht, war er für Friedrich den Großen eine Art Vaterfigur, dem er Verehrung und Liebe entgegenbrachte. Berühmt wurde die Szene, in der der König insistierte, dass der alte Herr nicht aufstehen müsse in seiner Gegenwart, weil er ihm keine Unbequemlichkeit verursachen wollte.

27. Januar 1850 Johann Gottfried Schadow gestorben

Schadow ist der wichtigste deutsche klassizistische Bildhauer. Die Jahre 1785 – 87 brachte er in Rom zu, um die Bildhauerei zu erlernen. Nach dem Tode seines Lehrers Taesserts wird er 1788 Hofbildhauer und Direktor der Akademie der Künste in Berlin. Schadow schuf viele Reliefs und Standbilder, so das römisch geprägte Blücherdenkmal der Stadt Rostock, in dem sich etwas von der Dynamik des Feldmarschalls wieder findet, und jene anmutige Doppelgruppe der Kronprinzessin Luise mit ihrer Schwester, Prinzessin Friederike. Das Lutherdenkmal der Stadt Wittenberg stammt von ihm, wie auch die bekannte, sehr vornehme kleine Statue Friedrich des Großen mit seinen Windspielen, die für das Schloss Sanssouci angefertigt wurde.
Unsterblich aber wurde er durch die Quadriga für das Brandenburger Tor (1794). Er schuf ein Gipsmodell, wonach die Kupferüberzogenen Holzfiguren entstanden.

27. Januar 1859 Der nachmalige Kaiser Wilhelm II. geboren

Die Kindheit des gebürtigen Berliners und künftigen Thronerben war hart. Da er den ehrgeizigen Ansprüchen seiner Mutter Victoria nicht zu entsprechen vermochte, empfing er wenig Liebe von ihr. Sein körperliches Gebrechen, ein verkürzter linker Arm, führte zu schmerzhaften und quälenden Behandlungen. Viele unstete, effekthaschende Züge im Wesen Wilhelms haben hier ihre Ursache. Zu seiner Volljährigkeit gratulierte neben anderen Berliner Honoratioren auch ein bekannter Nervenarzt dem Vater, Kronprinz Friedrich Wilhelm. Dieser soll erwidert haben: „Sie gratulieren mir? Sie als Psychiater?“

28. Januar 1800 Friedrich August Stüler geboren

Der Direktor der Bauakademie Stüler – gebürtig aus Mühlhausen in Thüringen – war wie sein Lehrer Karl Friedrich Schinkel imstande, in klassizistischem und gotischem Stil zu bauen. Die auf italienischen Vorbildern beruhenden Jacobi- und Matthäikirche in Berlin, erste Pläne für einen Neubau des Berliner Domes im Stil einer antiken Basilika, (später zugunsten eines Kuppelbaues nach Ideen von Raschdorf verworfen) sowie die romantischen Burgen Hohenzollern und Stolzenfels am Rhein belegen dies. Auch die Kuppel über dem Eosanderportal des Berliner Stadtschlosses stammt von ihm. Er entwarf die Pläne für das Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Budapest, das Nationalmuseum in Stockholm und das Wallraff-Richartz-Museum in Köln. Am 18. März 1865 verstarb er in Berlin.

28. Januar 1871 Kapitulation von Paris und allgemeiner Waffenstillstand

Ende September 1870 hatten die deutschen Armeen die nach der Niederlage von Sedan republikanisch gewordene französische Hauptstadt eingeschlossen, die sich unter ihrem Gouverneur General Trochu verteidigte. In der preußischen Führung entstand ein Konflikt über das weitere Vorgehen. Während Bismarck und Roon aus politischen Gründen auf eine rasche Beschießung der Stadt drängten, waren Feldmarschall Moltke, der Kronprinz und verschiedene andere Generale vor allem aus logistischen Gründen gegen das Bombardement. Schließlich begann die Beschießung am 27. Dezember. Es waren aber vor allem die Siege der deutschen Feldarmeen bei Le Mans und St. Quentin, welche die Lage der Stadt aussichtslos machten, so dass die Kapitulation von Paris mit dem allgemeinen Waffenstillstand am folgenden Tag in Kraft treten konnte.

29. Januar 1814 Johann Gottlieb Fichte in Berlin gestorben

Die Frau des Philosophen, die in der Krankenpflege tätig war, hatte sich bei ihrer Arbeit eine Infektionskrankeit zugezogen, an der ihr Mann im Alter von erst 52 Jahren in Berlin starb. Die Wirkung, die von seiner Persönlichkeit ausgegangen ist, muss gerade in der explosiven Stimmung vor den Befreiungskriegen enorm gewesen sein.

30. Januar 1781 Adelbert von Chamisso geboren

Der auf Schloss Boncourt in der Champagne geborene Chamisso war Dichter und Wissenschaftler. Seine Familie flüchtete 1790 vor der Französischen Revolution nach Preußen. 1804 – 1806 gab er mit Karl August Varnhagen von Ense und W. Neumann den „Musenalmanach“ heraus. 1814 erschien seine phantastische Novelle „Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte“. 1815 – 18 nahm er in wissenschaftlicher Mission an einer Weltumseglung teil und arbeitete später im Berliner Botanischen Garten. Seine teils von der Klassik, teils von der Romantik beeinflussten Lieder, Balladen und Gedichte verschafften ihm nach 1830 eine geachtete Stellung in Berlin. Er schuf Nachdichtungen der Lyrik Hans Christian Andersens. 1835 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.

31. Januar 1850 Die Nationalversammlung verabschiedet die revidierte Verfassung von 1848

Die Verfassung sicherte formal einige Grundrechte: die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, die Gewährleistung der persönlichen Freiheit, das Recht der freien Meinungsäußerung, die Versammlungsfreiheit, das Dreiklassenwahlrecht. Die Stellung des Königs und seine Befugnisse wurden präzise festgeschrieben und eingeschränkt. Durch Notverordnungen und Verhängung des Ausnahmezustandes waren diese Restriktionen indessen – wenn nötig – zu umgehen. Die Position des Monarchen war immer noch dominierend, aber nicht mehr absolut. Das Recht der Gesetzgebung hatte er sich in Zukunft mit den Kammern zu teilen – wie überhaupt diese erste preußische Verfassung das Prinzip der Gewaltenteilung zur Grundlage hat. Nahezu ungebrochen aber blieb seine Autorität über die Armee.

 
 
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