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August
Einen durchaus subjektiven Kalender haben die beiden Preußen-Freunde Ralph Breyer und Jörg-Hendrik Sohst für dieses Jahr zusam

Preußen – Kalender AUGUST

 

Einen durchaus subjektiven Kalender haben die beiden Preußen-Freunde Ralph Breyer und Jörg-Hendrik Sohst für dieses Jahr zusammengestellt. Breyer, z.Zt. wissenschaftlicher Berater des Museums zur Brandenburgisch-Preußischen Geschichte auf Schloss Gusow, Sohst, selbstständiger Privatdozent in Berlin und Paris, haben den Kalender als Buch herausgegeben.
Die Luxusausgabe in Leder gebunden kostet 78,- DM, die einfache Ausgabe 34,80 DM.
Einen monatlichen Vorabdruck veröffentlichen die Preußischen Nachrichten, das Buch ist über die Preußische Gesellschaft erhältlich.

 

1. August 1914

Beginn des 1. Weltkrieges

Der Errichtung des Deutschen Kaisertums durch Preußen folgte eine lange Friedenszeit – 43 Jahre, wenn man von kolonialen Auseinandersetzungen absieht. Im Grunde aber war es eine lange Vorkriegszeit: Die Verabsolutierung des Militärs als Grundidee des Staates, die Vergötzung der Macht, die mit unruhigen politischen Aktivitäten vor allem in der Zeit nach Bismarck, unter Wilhelm II. einherging, enorme wirtschaftliche Expansion und eine alle Mächte brüskierende Politik – all das musste früher oder später in einen Krieg münden, zumal auch die anderen europäischen Mächte diesen aus ihrer spezifischen Interessenlage für notwendig hielten. Dass er nicht sein würde wie 1866 oder 1870, lag am „Alpdruck der Koalitionen“. Selbst Bismarcks politische Kunst hätte nach 1871 nicht mehr vermocht, was ihm zuvor dreimal gelungen war: den jeweiligen Gegner einzeln vor die Klinge zu bekommen. Hatte er jedoch den potenziellen Hauptgegner, die französische Republik, noch isoliert gehalten, war es eine Folge der Politik Wilhelms II., dass zu Beginn des 1. Weltkrieges Deutschland de facto isoliert stand. Dieser Krieg war – anders als die Einigungskriege – politisch verloren, bevor er militärisch begann. Obwohl Kaiser Wilhelm II. den Krieg, der Preußen und die Dynastie vernichtete, nicht wollte, hat er objektiv jahrelang an seiner Vorbereitung gearbeitet.

2. August 1455 Kurfürst Johann Cicero geboren

Johann Ciceros Geburtsort war Ansbach. 1486 wurde er der vierte Markgraf und Kurfürst von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern, nachdem er bereits zehn Jahre lang seinen Vater Albrecht Achill, der von Anfang an stärker den fränkischen Hohenzollern-Besitzungen seine Aufmerksamkeit zuwandte, als selbständiger Statthalter vertreten hatte. Seine Herrschaft war eine wohlwollende und kräftige. Auch er setzte die Tradition seiner Väter fort und stabilisierte die eigene Autorität, vor allem gegenüber den Teilen des Adels, die immer noch aufsässig waren und sich als Raubritter betätigten.

2. August 1934 Reichspräsident Paul von Hindenburg gestorben

Dank guter Nerven und eines befähigten Stabschefs gewann Hindenburg die Schlacht bei Tannenberg, wurde zum Oberbefehlshaber Ost und am 2.11.1914 zum Generalfeldmarschall ernannt. 1916, nach Falkenhayns Scheitern, berief ihn der Kaiser zum Chef des Generalstabes des Feldheeres. Die von ihm repräsentierte OHL (Oberste Heeresleitung) hatte in der Person des 1. Generalquartiermeisters Erich Ludendorff de facto diktatorische Vollmachten über die deutsche Kriegführung und Politik, konnte aber die Niederlage 1918 nicht abwenden und riet zum Waffenstillstand. Nach der Niederlage begann 1925 eine zweite Karriere als Politiker – er, der überzeugte Monarchist, wurde Reichspräsident der Weimarer Republik. Als solcher lud er historische Schuld auf sich, indem er – bereits zu alt zu souveränen, richtigen Entscheidungen – gegen seinen instinktiven Widerwillen A. Hitler zum Kanzler berief. Fast noch schlimmer als das wirkte sich aus, daß er am 21.3.1933 – dem so genannten Tag von Potsdam – und mit der Unterzeichnung des Ermächtigungsgesetzes der nationalsozialistischen Bewegung die historische Würde Preußens, die seine Autorität verkörperte, zur Verfügung stellte.

3. August 1722 Prinz August Wilhelm von Preußen geboren

Der Bruder des großen Friedrich war eine höchst mittelmäßige Natur. Er liebte - im Unterschied zum König und Prinz Heinrich – die Frauen und die Jagd und verfügte – ebenfalls im Unterschied zu den beiden Vorgenannten – über keinerlei militärische Talente. Die Härte aber, mit der ihn Friedrich für die Pannen bei der Rückführung des bei Kolin geschlagenen Heeres verantwortlich machte, war in dieser Form ungerechtfertigt und eher dazu angetan, über eigene Fehler hinwegzutäuschen. August Wilhelm war mit der Prinzessin Luise Amalie von Braunschweig verheiratet. Die Kinderlosigkeit der Ehe Friedrichs machte es notwendig, ihn mit dem Titel „Prinz von Preußen“ als Thronfolger zu installieren. Sein früher Tod bewirkte aber, daß erst sein Sohn Friedrich Wilhelm (II.) 1786 Nachfolger des Alten Fritzen wurde.

3. August 1741 Errichtung des Leib-Husaren-Regimentes

Die Husaren waren ursprünglich ungarische National-Kavallerie, und daher typisch für die österreichische Armee. Wendig, zu Überfällen, Vorpostengefechten und Aufklärungsaufgaben ausgezeichnet verwendbar, bürgerten sie sich als leichte Reiterei in allen großen europäischen Heeren ein – in Preußen 1721. Sie hatten jedoch keinen guten Ruf, galten als irreguläre Freischaren und bestanden überwiegend aus Ausländern, Ungarn und Polen. Mit der Errichtung des „Regimentes Schwarze Husaren (Nr.5)“ versuchte Friedrich, ihre typischen „Qualitäten“ zu nutzen und dennoch der Truppe eine gewisse Seriosität zu geben. Das Regiment hatte nach 1743 keine eigenen Standarten, zur Parade wurden gelegentlich Beutestandarten geführt. Ihm war außerdem erlaubt, die bei Katholisch-Hennersdorf von den Sachsen erbeuteten silbernen Pauken zu führen.

3. August 1770 König Friedrich Wilhelm III. geboren

Wie in anderen Familien auch, erklären sich die Wesenszüge der Hohenzollern-Söhne oft als Abhebung vom Vater. Während Friedrich Wilhelm II. ein Genießer, eine schwärmerische, sinnliche Natur war, entwickelte sich sein ältester Sohn, der das lockere Leben am Hofe seines Vaters mit Widerwillen ansah, zu einem verklemmten, unsicheren Menschen, der Schwierigkeiten hatte, sich zu artikulieren. Mit ihm ist das militärisch wirken sollende Sprechen in Infinitiven preußische Mode geworden. Das größte Glück seines Lebens war die Ehe mit Luise von Mecklenburg-Strelitz, die ihm ein erfülltes Privatleben gab und in vielem positiv auf ihn einwirkte. Ihr früher Tod im Jahre 1810 stürzte ihn in innere Leere. Erst am 29.11.1823 entschloss er sich, die Gräfin Auguste Harrach in morganatischer Ehe zu heiraten. Er erhob sie zur Fürstin v. Liegnitz.

3. August 1802 Prinz Heinrich in Rheinsberg gestorben

Prinz Heinrich hatte die meiste Zeit seit dem Ende des Siebenjährigen Krieges in Rheinsberg verbracht, nahezu vierzig Jahre. Eine lange Zeit, verglichen mit Friedrich, der eben vier Jahre als Kronprinz dort weilte. Dennoch verbindet sich mit dem kleinen Schloss in der Mark der Name des Königs, und nicht der seines Bruders. Obwohl er ein hervorragender Feldherr war, ein befähigter Diplomat und ein Mensch von hohem kulturellem Niveau, lebte der Prinz von der Öffentlichkeit nahezu vergessen und unbeachtet fern vom Hofe bis zu seinem Tode, ohne nach den Verhandlungen über die polnische Teilung noch einmal mit wirklich wichtigen Aufgaben betraut worden zu sein.

4. August 1848 Die Nationalversammlung beschließt die Abschaffung der Todesstrafe

Als erste deutsche Volksvertretung tat die Preußische Nationalversammlung einen solchen Schritt. Überhaupt hat sie in den folgenden Wochen und Monaten erstaunliche Dinge beschlossen: so wurde die Herrscherformel „von Gottes Gnaden“, der Adel und die Orden für abgeschafft erklärt, die Jagdprivilegien des Adels ersatzlos gestrichen, der Schutz der persönlichen Freiheit des Bürgers gesichert (Habeas corpus – Akte). Nach dem Sieg der Reaktion sind diese Festlegungen größtenteils wieder aufgehoben worden.

5. August 1730 Fluchtversuch des Kronprinzen Friedrich

Des Kronprinzen Kindheit und Jugend verliefen wenig glücklich. Sein Vater, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., war ein harter Arbeiter und Soldat, und er wünschte natürlich, daß sein Thronfolger nach ihm käme. Der aber gab sich weich, schwatzhaft und allem Französischen sehr zugetan. Nichts ließ auf einen künftigen Großen Friedrich schließen. „Fritz ist ein Querpfeifer und Poet“, schrieb der unglückliche Vater und behandelte ihn demütigend und brutal. Das Verhältnis beider lief auf eine Katastrophe zu, die leicht, wie im Falle des Don Carlos oder – kurz vorher – Peter des Großen Sohn Alexej hätte tödlich ausgehen können. Die dilettantisch geplante Flucht scheiterte sehr schnell, und der tobende König stellte seinen Sohn und dessen Helfer, Leutnant von Katte, vor ein Kriegsgericht, das im Wappensaal des Köpenicker Schlosses zusammentrat. Die Generale und Offiziere erklärten sich für unzuständig, über den Thronfolger zu richten und verurteilten Katte zu lebenslanger Haft. Der König annullierte die Urteile und verschärfte sie.

5. August 1901 Kaiserin Friedrich gestorben

Die willensstarke und intelligente Kronprinzessin Viktoria von Preußen hatte sich die lange Zeit des Wartens auf die Herrschaft an der Seite ihres Gemahls, des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, mit karitativem Tun verkürzt. Das schlechte Verhältnis zu ihrem Sohn, Kaiser Wilhelm II., bewirkte aber ihre sofortige Ausschaltung aus dem gesamten öffentlichen Leben, nachdem dieser nach der nur 99tägigen Regierung Kaiser Friedrichs III. an die Macht kam. Sie zog sich nach Cronberg im Taunus zurück, wo sie sich Schloss Friedrichshof als Witwensitz einrichtete. Sie lebte dort ruhig und zurückgezogen unter dem Witwennamen Kaiserin Friedrich und starb im gleichen Jahr wie ihre Mutter, Königin Victoria von England.

6. August 1736 Kronprinz Friedrich bezieht Schloß Rheinsberg

Das Schloß am Grienericksee hatte Friedrich Wilhelm I. dem Kronprinzen geschenkt, um ihn für die sichtbare Loyalität zu belohnen, die dieser seit seiner missglückten Flucht 1730 dem König gegenüber bewiesen hatte. Damals hatten die Beziehungen zwischen Vater und Sohn einen Tiefpunkt erreicht. Inzwischen war Friedrich den väterlichen Erwartungen entgegengekommen, zuerst wohl eher von Angst getrieben und verstellt, später mit zunehmender Überzeugung. Er hatte sich auch als Kommandeur des 15. Infanterie-Regimentes in Ruppin bewährt. Der ziemlich selbständige Rheinsberger Hof gab ihm die Gelegenheit, einen lebhaften Kreis von Freunden um sich zu versammeln und eine geistig bewegte, heitere und ziemlich glückliche Zeit zu verbringen, die mit seiner Thronbesteigung 1740 ihr Ende fand.

6. August 1870 Schlacht bei Wörth

Als der Oberbefehlshaber der III. Armee, Kronprinz Friedrich Wilhelm, vom Geschützdonner alarmiert, gegen 11.00 Uhr auf dem Schlachtfeld erscheint, ist die Schlacht bereits in vollem Gange. Eigentlich war für den 6. ein Ruhetag geplant. Der Angriffselan der deutschen Truppen und ihrer Generale aber hatte aus einzelnen Gefechten im Bereich des V. Armeekorps einen allgemeinen Angriff auf die Armee des Marschalls Mac Mahon werden lassen, der bei Wörth eine feste Stellung bezogen hatte, um den Schlüsselpunkt der Vogesenpässe zu sperren. Unter Ausnutzung der so entstandenen Lage befiehlt die preußische Führung gegen 3.00 Uhr nachmittags einen konzentrischen Angriff der gesamten III. Armee auf Fröschweiler, wo sich die Masse der französischen Truppen befindet. Trotz tapferer Gegenwehr vermag nur die eiligste Flucht auf Reichshofen die zerschlagene Armee Mac Mahons zu retten.

7. August 1814 Neuenthüllung der Quadriga auf dem Brandenburger Tor

Binnen kurzer Zeit waren Brandenburger Tor und Quadriga zu einem viel beachteten Symbol geworden. Napoleon hatte sie demontieren und als Trophäe nach Frankreich führen lassen; eine der ersten Bemühungen Feldmarschall Blüchers galt ihrer Rückführung nach Berlin, wo sie unverzüglich an ihrem alten Platz wiederaufgestellt wurde, nunmehr mit einem Eisernen Kreuz versehen, um des Sieges über den Franzosenkaiser zu gedenken. An diesem Tag zog auch König Friedrich Wilhelm III. wieder in seine Hauptstadt ein und feierte dies mit einem Dankgottesdienst im Lustgarten, und ein wichtiges Ziel der Befreiungskriege konnte als erreicht angesehen werden.

8. August 1802 Musikdirektor Wilhelm Wieprecht geboren

Wieprecht wurde 1838 zum Direktor sämtlicher Musikchöre des Garde-Korps ernannt. Er machte sich in hervorragender Weise um die Sammlung, Pflege und Entwicklung der Militärmusik verdient und entsprach damit einem wichtigen Anliegen König Friedrich Wilhelms III. Er leistete auch zur technischen Entwicklung der Instrumente wichtige Beiträge. Zusammen mit J.G. Moritz erfand Wieprecht 1835 die Basstuba, später noch die Baßklarinette. Er begeisterte sich für militärmusikalische Großveranstaltungen, die er stilbildend zu inszenieren wusste. Der Große Zapfenstreich in seiner heutigen Gestalt geht auf seine Arrangements zurück. Wieprecht komponierte selbst mehrere Märsche und gab die Preußischen Armeemärsche in 7 Heften heraus. Er starb wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag, am 4.8.1872.

9. August 1813 Zapfenstreich wird mit einem Gebet verbunden

Der „Zapfenstreich“, der Schlag des Regimentsprofoß' – eine Art Militärpolizist –, auf den Zapfhahn, beendete den abendlichen Bierausschank und war das Zeichen für die Nachtruhe der Armee. (Es gibt eine Verwandtschaft des Wortes mit dem schwedischen „Tapto“ und dem englischen „Tattoo“.) Friedrich Wilhelm III., angeregt durch entsprechende Bräuche des russischen Heeres, befahl zu diesem Anlaß, dass der Hornist ein geistliches Lied blasen und von den Soldaten ein stilles Gebet gesprochen werden sollte. Im Jahre 1838, anlässlich eines Besuches von Zar Nikolaus I. in Berlin, wurde dieser einfache Brauch unter der Leitung von W. Wieprecht mit einem umfangreichen militärischen Musikprogramm verbunden, was dann als der erste Große Zapfenstreich fester Bestandteil im Zeremoniell der preußischen, später auch anderer deutscher Armeen, wurde. Bemerkenswert ist, daß aufgrund der engen Beziehungen zum Zarenreich ein großer Teil der Armeemärsche russischer Herkunft war – 1914 immerhin noch etwa 17 %.

10. August 1793 August Heinrich Neithardt geboren

Neithardt war Königlicher Musikdirektor der 2. Garde-Grenadier-Regimentes. Später reorganisierte er gemeinsam mit Einbeck den von König Friedrich Wilhelm III. begründeten Domchor nach russischem Vorbild. Er war dann auch längere Zeit dessen künstlerischer Leiter. Neithardt komponierte selbst, u.a. eine Oper und diverse Lieder. Berühmt wurde er 1832 durch die Vertonung des Gedichtes „Ich bin ein Preuße“, welches der Gymnasiallehrer Bernhardt Thiersch 1830 verfaßt hatte. Dieses Lied wurde in der Folge so etwas wie eine inoffizielle Nationalhymne der Preußen. August Heinrich Neithardt starb am 18.4.1862 in Berlin.

10. August 1840 Amnestie Friedrich Wilhelms IV. für politische Vergehen

Die Amnestie des neuen Königs, der sich ohnehin des Rufes der Liberalität erfreute, weckte weitere Hoffnungen auf eine freiheitlichere Entwicklung Preußens. Unter den Amnestierten befanden sich auch zahlreiche Burschenschaftler. Ernst Moritz Arndt konnte auf seinen Lehrstuhl zurückkehren, die Gebrüder Jakob und Wilhelm Grimm wurden an die Preußische Akademie der Wissenschaften berufen. Für einen kurzen Augenblick schien die Erstarrung, in der das politische Leben Berlins unter den letzten Regierungsjahren Friedrich Wilhelms III. gelegen hatte, aufgebrochen zu sein.

11. August 1778 Friedrich Ludwig Jahn geboren

Der später „Turnvater“ Genannte wurde in Lanz, in der Prignitz, geboren. Mit seinem Namen ist das Aufkommen der Leibesübungen zur Körperertüchtigung verbunden, was als eine der Grundlagen der allgemeinen Wehrpflicht anzusehen ist. In der Neuköllner Hasenheide baute er den ersten öffentlichen Turnplatz auf, wo Geräteturnen, Laufen, Springen und Werfen geübt werden konnte. Jahn legte Wert auf die Einheit von körperlicher und charakterlicher Schulung. Neben allem Guten und Sinnvollen, das seine Bemühungen auszeichnet, hat seine Agitation aber auch Züge des Merkwürdigen, des Deutschtümelnden und Bornierten. Wie andere auch, wurde er in der restaurativen Atmosphäre nach den Befreiungskriegen als Demagoge verfolgt. Er musste sich eine Zeitlang in einer Höhle über der Saale bei Halle versteckt halten und wurde später vom Krankenbett seines Kindes hinweg verhaftet.

12. August 1759 Schlacht bei Kunersdorf

Nach der furchtbaren Niederlage gut 100 km östlich von Berlin war die Lage des Preußenkönigs aussichtslos geworden. Friedrich dachte an Selbstmord. Die Sorge jedoch um ihre eigenen rückwärtigen Verbindungen und allgemeine Zögerlichkeit verhinderten die Ausnutzung des Sieges durch die Russen und Österreicher. Auch zeigten die russischen Generale wenig Interesse daran, Friedrich „den Fangschuss“ zu geben. Der König nannte es in einem Brief an Prinz Heinrich das „Miracel des Hauses Brandenburg“: „In der Zeit, da der Feind die Oder überschritten hatte und eine zweite Schlacht hätte wagen und den Krieg beenden können, ist er nach Müllrose und Lieberose marschiert ...“

13. August 1713 Erlass eines Hausgesetzes der Könige in Preußen

Eine der ersten Maßnahmen des neuen Königs Friedrich Wilhelm I. war ein Hausgesetz, welches die Besitzungen der Hohenzollern für unveräußerlich und für unteilbar erklärte. Damit wurde der Gedanke der „Dispositia Achillae“ von 1473 aufgenommen und die Gefahr einer Zersplitterung des Staates gebannt. Die häufigen Teilungen feudaler Territorien unter mehreren Erben hatte z.B. die Macht der sächsischen Herzogtümer erheblich geschwächt und viele von ihnen unbedeutend werden lassen. Auch Brandenburg hatte derlei gekannt. Joachim I. teilte 1535 per Testament sein Erbe unter seinen Söhnen Kurfürst Joachim II. und Hans von Küstrin auf, letzterer erhielt weite Teile des östlichen Brandenburgs. Erst mit beider Tod 1571 kamen die Territorien wieder zusammen.

14. August 1688 König Friedrich Wilhelm I. geboren

Der Kur- und spätere Kronprinz Friedrich Wilhelm war im Geiste der calvinistischen Prädestinationslehre erzogen worden. Er blieb sein Leben lang auf eine ruppige Art fromm, wie denn alles, was er tat, einem cholerischen Temperament entsprang. Ähnlich wie sein Großvater, der Große Kurfürst, unternahm er Bildungsreisen in die Niederlande und empfing dort Eindrücke von kraftvoller bürgerlicher Entwicklung, von Sparsamkeit und Tugend. Bereits von seinem 14. Lebensjahr an wurde er an allen wichtigen Verwaltungsvorgängen beteiligt. Er bewirtschaftete in seiner Kronprinzenzeit die Domäne Wusterhausen (deshalb später Königs Wusterhausen) in vorbildlicher Weise und übte sich dabei in Verwaltungsarbeit. Natürlich wurde er auch in den militärischen Dienst eingewiesen, wie er auch bei den großen militärischen Ereignissen der Zeit – dem spanischen Erbfolgekrieg – im Lager Marlboroughs hospitierte. So war er, als er 25 jährig die Macht übernahm, reif und auf seine Aufgaben gut vorbereitet.

14. August 1865 Vertrag von Gastein zwischen Preußen und Österreich

Cleverer als mit diesem Schachzug hätte Bismarck die künftige Auseinandersetzung mit Österreich nicht vorbereiten können. Österreicher und Preußen hatten in gemeinsamen Kampfhandlungen Schleswig und Holstein vor der Gefahr der Teilung und Einverleibung in den dänischen Staat bewahrt. Was also lag näher, als dass die Sieger sich die Verwaltung der nördlichen Herzogtümer teilen? Damit war indessen ganz zwanglos immer ein Konfliktpotential zur Hand, mit dem Preußen bei Bedarf politisch operieren konnte. Zusammen mit der populären, aber ein wenig scheinheiligen Forderung Preußens nach allgemeinen und gleichen Wahlen zu einem deutschen Parlament (9. April 1866), und der preußischen Besetzung Holsteins hatte der Vertrag von Gastein denn 1866 auch genau die Wirkung, die Bismarck sich von ihm erhofft hatte: Österreich glaubte, sich auf den Krieg einlassen zu müssen.

14. August 1862 Prinz Heinrich von Preußen geboren

Prinz Heinrich war der zweite Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und seiner Gattin Viktoria. Für die Deutschen verbindet sich mit ihm eine bestimmte Mützenform im Marinestil, die vor Helmut Schmidt als „Prinz-Heinrich-Mütze“ populär war. Er widmete sich im Alter von 16 Jahren dem Seedienst und stieg langsam, aber – durch seine Herkunft gesichert – stetig auf. 1901 wurde er Admiral, 1909 Großadmiral. Im Auftrage Kaiser Wilhelms II. unternahm er mehrere repräsentative Staatsbesuche mit Schiffsverbänden. Der Prinz, der mit keinen besonderen geistigen oder sonstigen Fähigkeiten hervortrat, von ruhiger Bescheidenheit und politisch ganz ehrgeizlos war, bewunderte seinen kaiserlichen Bruder ehrlichen Herzens und versuchte, seinen Dienst so gut als möglich zu leisten. Im 1. Weltkrieg hatte er den Oberbefehl über die Flotte im Ostseebereich inne. Der begeisterte Hobbysegler war mit Prinzessin Irene von Hessen verheiratet. Er starb am 20.4.1929.

15. August 1760 Schlacht bei Liegnitz

Friedrichs Lage hatte sich seit der Niederlage von Kunersdorf ständig verschlechtert und war auch jetzt höchst gefährdet. Er kam mit etwa 30 000 Mann aus Sachsen und wollte sich mit dem Korps des Prinzen Heinrich bei Breslau vereinigen, als ihn am 14. August die dreifache österreichische Übermacht unter Daun, Lascy und Laudon bei Liegnitz stellte und seine Armee zu Dreivierteln einschloss. Bevor der siegessichere Daun jedoch am nächsten Tag die Schlinge zuziehen konnte, schlug die preußische Armee ihrerseits im Morgengrauen gegen das angreifende Korps Laudon los und stieß dieses beiseite. Im Grunde war es die ins Zyklische gewendete Idee der Schiefen Schlachtordnung: Obschon insgesamt weit unterlegen, dirigierte Friedrich seine Kräfte so, daß er an einem Punkt die Überlegenheit gewann. So entkam er der Falle und hatte sich den Weg nach Breslau freigekämpft. Das war der erste große Erfolg nach zwei Jahren.

16. August 1870 Schlacht bei Mars-la-Tour und Vionville

In gewaltiger Ausfallschlacht in Richtung Westen versuchten die Franzosen den Ring der deutschen II. Armee um Metz zu sprengen, was mißlang. Berühmt wurde die Attacke der 12. Kavalleriebrigade (Kürassier-Regiment Nr. 7 und Ulanen-Regiment Nr. 16) unter Generalleutnant Adalbert von Bredow (1814 – 1890) auf französische Stellungen, die von Artillerie und Infanterie gehalten wurden. Die Attacke wurde notwendig, als der Druck der Franzosen auf die deutschen Stellungen unerträglich wurde und keine weiteren Reserven zur Verfügung standen. Sie war ein Erfolg – doch über die Hälfte der preußischen Reiter fielen. Ferdinand Freiligrath hat dem Opferritt in dem Gedicht „Die Trompete von Gravelotte“ ein Denkmal gesetzt, dabei Gravelotte mit Vionville verwechselnd.

17. August 1786 Tod Friedrichs des Großen in Sanssouci

Nicht lange vor seinem Tode hatte der schwerkranke Monarch den prominenten Arzt Zimmermann zu sich gerufen. Als er merkte, dass auch der ihm nicht mehr zu helfen vermochte, sandte er ihn wieder zurück zu seinen anderen Patienten mit den Worten: „Vergessen Sie den alten Mann nicht, den Sie hier gesehen haben!“
Die Rache Friedrich Wilhelms II. an seinem ungeliebten Vorgänger bestand darin, dass er Friedrichs Wunsch, auf der Terrasse von Sanssouci, „bei seinen Hunden“ begraben zu werden, ignorierte und ihm ein offizielles Staatsbegräbnis in der Potsdamer Garnisonkirche zuteil werden ließ – mit feinem Gespür hatte er das herausgefunden, was den Toten, hätte er es denn wahrnehmen können, am meisten geärgert haben würde. Erst am 17. August 1991, an Friedrichs 205. Todestag, wurde sein Wunsch erfüllt. Prinz Louis Ferdinand von Preußen ließ die sterblichen Reste seines Vorfahren auf der Terrasse von Sanssouci beisetzen, nachdem sie im Gefolge des 2. Weltkrieges vorübergehend auf Schloss Hechingen Unterkunft gefunden hatten

18. August 1805 General der Infanterie Gustav von Manstein geboren

General der Infanterie Gustav Ehrenreich von Manstein übernahm 1867 den Befehl über das IX. Armeekorps, mit dem er auch 1870 in den Krieg gegen Frankreich zog. Der II. Armee des Prinzen Friedrich Karl unterstellt, wirkte er an der Belagerung von Metz mit, wobei er mit seinen Truppen besonderen Ruhm bei Vionville erwarb. Am 4. Dezember 1870 erstürmte er an der Spitze der 18. Division die Stadt Orleans. Am 13. Januar zeichnete er sich in der Schlacht bei Le Mans aus. General von Manstein verstarb am 11. Mai 1877 in Flensburg.

18. August 1870 Schlacht bei St. Privat / Gravelotte

Bereits am Vortage hatte sich abgezeichnet, dass die Franzosen einen erneuten Anlauf unternehmen würden, den Ring um Metz aufzubrechen und sich den Abzug zu sichern. Hätte Bazaine es an diesem Tage versucht, wäre es möglicherweise gelungen. Die entsprechenden Bewegungen der feindlichen Truppen waren aber nicht unbeobachtet geblieben. König Wilhelm, der mit General v. Moltke die Schlacht leitete, hatte starke deutsche Kräfte im Raum nordwestlich der Festung konzentriert. Der allgemeine Angriff der französischen Armee kam, und die Deutschen mußten weitere Umgruppierungen nach dem nördlich gelegenen St Privat vornehmen, um ihm standzuhalten. Die Helden des Tages waren die preußische Garde und die sächsische Armee, welche mit einer kühnen Flankenbewegung das Schicksal des feindlichen Ausbruchsversuches besiegelte. Mit dieser Schlacht wird die französische Armee unter Marschall Bazaine in der Festung Metz endgültig eingeschlossen.

19. August 1673 Jakob Paul Freiherr von Gundling geboren

Gundling hatte an mehreren Universitäten studiert und eine Zeit als reisender Hofmeister adliger Herren hinter sich, bevor er 1705 in Berlin eine Professur für Rechtswissenschaft und Geschichte an der Adelsakademie bekam. Diese wurde 1713 aufgehoben. Der Soldatenkönig verlieh Gundling den Titel eines Hofrates und machte ihn zum Historiographen. Ohnehin nicht mit viel Respekt vor der Geisteswissenschaft ausgestattet, verlor der handfeste Monarch vor dem willensschwachen Alkoholiker bald jegliche Achtung und degradierte ihn zu einer Art Hofnarren. Im Tabakskollegium wurde er mehr und mehr Gegenstand roher Scherze. Immerhin versuchte sich Gundling diesen unwürdigen Verhältnissen 1717 durch eine Flucht zu entziehen; der König wollte indessen nicht auf sein Spielzeug verzichten und ließ ihn wieder einfangen.

20. August 1841 Instruktionen zum Bau der Sacrower Heilandskirche

König Friedrich Wilhelm IV. hat sich große Verdienste um die Gestaltung der Umgebung von Potsdam erworben. Sie ist heute noch viel stärker von ihm als von Friedrichs des Großen baulichen Vorstellungen geprägt. Vor allem der Italienstil, der fast allen Neubauten des 19. Jahrhunderts eignete, zeugt von der Vorliebe des Königs für die frühchristliche Kultur dieses Landes. So erwarb er auch kurz nach seinem Regierungsantritt das Gut Sacrow, um am Havelufer eine Kirche mit dem beziehungsreichen Namen „S. Ecclesia sanctissimi Salva-toris in portu sacro“ bauen zu lassen (Kirche des heiligsten Erlösers im heiligen Hafen). Nach seinen Entwürfen und unter seiner Mitwirkung präzisierte Ludwig Persius den Bauplan, den der König 1841 genehmigte. Am 20. 8. 1841 erließen die zuständigen Minister entsprechende Ausführungsbestimmungen. Am 21. 6. 1844 wurde der Bau feierlich eingeweiht und blieb bis zur Fertigstellung der Friedenskirche die bevorzugte Kirche des Hofes; man erreichte sie zu den Gottesdiensten mit Booten von der Seeseite her. Während der Zeit der Berliner Mauer war das landschaftlich wunderschön gelegene Gotteshaus nicht zugänglich und wurde in böswilliger Weise dem Verfall ausgesetzt, heute ist sie fast ganz restauriert und wieder zugänglich.

21. August 1838 Adelbert von Chamisso in Berlin gestorben

Schon früh hatte der in Preußen lebende Franzose sein Leben unter einem pessimistischen, traurigen Stern gesehen. Obwohl er sich mit viel Disziplin von der Wehleidigkeit oder auch Rührseligkeit abgrenzt, die man der Romantik gemeinhin zuschreibt, vermag er sich den Veränderungen, die durch die Industrialisierung in das Leben seiner Zeit kommen, zwar zu stellen – zu begrüßen vermag er sie nicht. Statt dessen verfällt er relativ früh in einen elegischen, vom Abschied bestimmten Alterstonfall. Seine kunstvollen Dichtungen handeln von der Unmöglichkeit des Handelns, von der Erstarrung und Lähmung der Menschen. Es sagt einiges aus über die Stimmung im Preußen der späten Regierungsjahre Friedrich Wilhelms III., dass er mit diesem Werk große Anerkennung fand.

22. August 1866 Abschluss eines geheimen Bündnisses mit Bayern

Preußen hatte Österreich besiegt und von der weiteren Gestaltung der deutschen Dinge ausgeschlossen. Es etablierte den Norddeutschen Bund als Keimzelle des neuen Deutschlands. Das waren sichtbare und klare Erfolge der Bismarckschen Politik. Mit Blick auf die Konflikte, die kommen mussten, waren jedoch die Geheimbündnisse, die Preußen mit den süddeutschen Staaten abschloss, fast ebenso wichtig – stellten diese doch für den Kriegsfall ihre Armeen dem König v. Preußen zur Verfügung! Eine Entscheidung der Politik, welche nach ihrem Bekanntwerden im folgenden Jahr in Bayern alles andere als populär war. Tatsächlich beruhte der französische Kriegsplan 1870 auf der Vorstellung, durch kräftige Invasion des süddeutschen Raumes die – ihrer Ansicht nach unentschlossenen – Staaten auf ihre Seite ziehen zu können.

23. August 1813 Schlacht bei Großbeeren

Napoleon hatte eine „Armée de Berlin“ unter Marschall Quindot gebildet, der sich in den Besitz der preußischen Hauptstadt bringen sollte. Bei dem südlich Berlins gelegenen Ort Großbeeren kam es zur Schlacht, die sich temperamentlos und unentschieden bei ununterbrochenem Regen bis gegen 5 Uhr nachmittags hinzog. Bernadotte, der Kronprinz von Schweden, hatte als Kommandeur der verbündeten Nordarmee schon Befehl gegeben, sich in Richtung Berlin zurückzuziehen, als sich General von Bülow eigenmächtig entschloß, noch einmal das vor ihm in Großbeeren stehende Korps des Generals Reynier anzugreifen - womit dieser überhaupt nicht mehr gerechnet hatte. Es entspann sich ein heftiges Artilleriegefecht, welchem Bülow einen Umfassungsangriff auf den Ort folgen ließ. Die Franzosen und die mit ihnen verbündeten Sachsen, vor allem die Kavallerie, wehrten sich tapfer, wurden aber geworfen. Gegen 9 Uhr abends war Großbeeren in preußischer Hand. Quindot verzichtete auf einen Gegenangriff und zog ab. Im Ergebnis der siegreichen Schlacht blieb Berlin neuerliche Besetzung erspart.

23. August 1831 Generalfeldmarschall Graf Neidhard von Gneisenau in Posen gestorben

Blücher hatte die Verdienste seines Stabschefs immer anerkannt und diesen gewürdigt. Als er nach dem Sieg bei Belle Alliance England besuchte, sollte er mit der Ehrendoktorwürde der Universität Oxford geschmückt werden. Der in Fragen klassischer Bildung nicht eben beschlagene Blücher meinte belustigt: „Wenn ick Doktor werden soll, dann muss Gneisenau aber mindestens Apotheker werden!“ Dennoch empfand der befähigte Stratege Gneisenau Bitterkeit über die vergleichsweise geringe Beachtung und spätere Kaltstellung, die ihm trotz der Ernennung zum Feldmarschall im Jahre 1825 zuteil wurde. 1831 hatte er in Posen den Oberbefehl über mehrere Armeekorps inne, die anlässlich des polnischen Aufstandes die Grenzsicherung gegen den russischen Teil Polens wahrnahmen. Dabei erlag er der grassierenden Cholera, gegen die er zuvor noch einen Sanitärgürtel gebildet hatte.

23. August 1866 Der Frieden von Prag

Der Friedensschluß beendet den Deutschen Krieg und den Deutschen Bund, der seit 1815 unter österreichischer Hegemonie die überstaatliche Organisation der meisten deutschsprachigen Länder gewesen ist. Der Weg zur Einigung Deutschlands unter preußischer Führung, unter Ausschluss Österreichs, die so genannte „kleindeutsche Lösung“, steht offen. Als Republiken hätten beide Staaten nebeneinander unter einem deutschen Dach leben können. Für die beiden Monarchien jedoch war die Frage nach dem Vorrang nicht anders lösbar, denn es kann keine zwei Kaiser geben, wie auch der Habsburger Kaiser sich nicht unter den Preußenkönig stellen konnte. Wenn also Preußen seinen Führungsanspruch in der deutschen Frage wahrnehmen wollte, dann blieb nur dieser Weg. Preußen gewinnt ca. 1300 Quadratmeilen und 4,5 Millionen neue Bürger. (Annexion Hannovers, später auch Schleswig-Holsteins, Hessen-Kassels, Nassaus und des Fürstentums Hohenzollern sowie Frankfurt/M.)

24. August 1759 Ewald Christian von Kleist gestorben

Der preußische Major hatte sich bereits einen Namen als Dichter gemacht. Sein lyrisches Werk ist von elegischem, zivilisationskritischem Pathos geprägt, nimmt sein Ende gleichsam vorweg: An diesem Tag erlag er in Frankfurt/O. den Verwundungen, die er in der Schlacht bei Kunersdorf erlitten hatte. Der Schwerverletzte war von Kosaken ausgeplündert und liegengelassen worden. Ein russischer Offizier nahm sich seiner an, versuchte ihn zu retten und richtete, als das nicht gelang, Kleists Begräbnis aus. Dabei legte er seinen eigenen Degen auf den Sarg, da ein so tapferer Offizier nicht ohne das Zeichen seines Standes beerdigt werden sollte. Kleist gilt als Vorbild des Majors von Tellheim in Lessings „Minna von Barnhelm“.

25. August 1769 Begegnung von Kaiser Joseph II. mit Friedrich dem Großen in Neiße

Das Treffen ist ein bemerkenswertes Intermezzo. Gerade sechs Jahre ist der Siebenjährige Krieg beendet, als der 1765 zum Kaiser und Mitregenten avancierte Sohn Maria Theresias, Joseph II., (gest. 1790) vorschlägt, sich mit Friedrich zu treffen. Beide wollen einander kennenlernen, wollen wissen, mit wem sie es zu tun kriegen. Neun Jahre später wird des Habsburgers Versuch, das Wittelsbacher Erbe zu annektieren und damit seinen Machtbereich entscheidend zu vergrößern, beide im Bayerischen Erbfolgekrieg gegeneinander führen. Bei dieser dreitägigen Begegnung aber, der im Jahr darauf ein Gegenbesuch im böhmischen Olmütz folgt, überwiegt die wechselseitige Sympathie. Joseph zählt 28 Jahre; er ist so alt wie Friedrich, als der König wurde und den Kampf um Schlesien aufnahm. Und so mögen beide sich im jeweils anderen erkannt haben. Manöver und eine Parade der glanzvollen Seydlitz-Kürassiere (8. Kür.Rgt.) hinterließen bei den Gästen einen blendenden Eindruck.

25. August 1758 Schlacht bei Zorndorf

Starke russische Verbände unter General Fermor marschierten gegen Küstrin und versuchten dort die Oder zu forcieren, was General Ch. von Dohna verhinderte. Auf diese Nachrichten warf Friedrich der Große seine Armee in Eilmärschen nach Norden und griff Fermor bei Zorndorf an. Drei große Infanterieangriffe brachen sich am tapferen Widerstand der Russen. Erst die wuchtige, mit 61 Eskadronen ausgeführte Kavallerieattacke unter General von Seydlitz, der kaltblütig den richtigen Moment abgewartet hatte, vermochte die Schlacht zu retten. Auf die wütende Botschaft des Königs, weiteres Zögern werde seinen Kopf kosten, erwiderte Seydlitz trocken, nach der Schlacht stehe der Seiner Majestät zur Verfügung, in derselben möge er ihm aber noch erlauben, davon für seinen Dienst guten Gebrauch zu machen.

26. August 1813 Schlacht an der Katzbach

Blüchers Schlesische Armee bestand nur zu einem geringeren Teil aus Preußen, ansonsten aus Russen. Und diese vor allem waren es, die den Übergang der Franzosen unter Marschall Macdonald über die schlesische Katzbach verhinderten. Strömender Regen machte den Gebrauch der Schusswaffen unmöglich, es wurde mit Bajonett und Kolben gekämpft. Endlich vollendete Blücher selbst den Sieg an der Spitze seiner Kavallerie.

26. August 1813 26. August 1813

Körner, geboren am 23.9.1791, war der Sohn eines engen Freundes von Friedrich Schiller. Von diesem zeigt er sich in seinen dramatischen Versuchen „Rosamunde“ und „Zriny“ auch beeinflußt. Berühmt wurde er durch seine patriotischen Kriegslieder, die 1814 unter dem Titel „Leier und Schwert“ gesammelt erschienen. Damals war ihr Verfasser bereits den Heldentod gestorben, was zu ihrer Popularität zusätzlich beigetragen haben mag. In Lützows Freischar hatte er es bis zum Leutnant und Adjutanten des Kommandeurs gebracht. Den heimtückischen Überfall bei Kitzen überlebte er als einer der wenigen schwer verwundet. Nach seiner Genesung zu Lützow zurückgekehrt, fiel er in einem Gefecht bei Gadebusch. Bestattet wurde Körner in Wöbbelin, unter einer großen Eiche.

27. August 1729 Pierre Antoine Taessert geboren

Der in Antwerpen geborene Niederländer wurde 1775 Hofbildhauer Friedrichs des Großen. Außerdem war er mit der Oberaufsicht über alle Bildhauerarbeiten in der Hauptstadt betraut worden, die der König in Auftrag gegeben hatte. Bekannt wurden seine Denkmäler preußischer Generale (Seydlitz, Keith), für die er einen sehr realistischen, das Mythische vermeidenden Stil wählte, und sein Schüler Johann Gottfried Schadow. Taessert starb am 21.01.1788 in Berlin.

27. August 1770 Georg Wilhelm Friedrich Hegel geboren

Der in Stuttgart geborene Hegel studiert in Tübingen Theologie und Philosophie. 1801 wird er Privatdozent an der Jenaer Universität, 1805 erhält er eine außerordentliche Professur in Bamberg. Von 1808 – 1816 ist er Gymnasialrek-tor in Nürnberg, danach ordentlicher Professor in Heidelberg. Inzwischen ist W.v. Humboldt in Berlin auf ihn aufmerksam geworden, und es gelingt, ihm eine Professur an der dortigen Universität zu erwirken. Dort etabliert sich Hegel, der neben seiner Lehrtätigkeit ein umfangreiches philosophisches Werk verfaßt, als eine Autorität, als eine Art „preußischer Staatsphilosoph“, weil in der Idee von der Vernünftigkeit des Bestehenden eine staatserhaltende Lehre gesehen wird. In seiner Tübinger Zeit ist er eng mit Hölderlin und Schelling befreundet.

27. August 1813 Schlacht bei Hagelberg

Die Schlacht war eigentlich eine Fortsetzung derjenigen bei Großbeeren, insofern sie eine weitere französische Gruppierung vernichtete, die ca. 10.000 Mann stark unter General Girard die von Napoleon befohlene Eroberung Berlins unterstützen sollte. Preußische Landwehrtruppen General Hirschfelds griffen die nach Quindots Niederlage unschlüssig abwartenden Franzosen bei strömendem Regen an. Da an einen Gebrauch der Gewehre als Schußwaffen nicht zu denken war, wurde mit Bajonett und Kolben gefochten. Obwohl die Franzosen Hagelberg in tapferem Kampf wiedereroberten und zu halten suchten, wurden sie vor allem dank der von Belzig aus eingreifenden verbündeten Russen unter General Tschernyschew geschlagen und zur Flucht auf Magdeburg gezwungen.

28. August 1612 Kalenderreform im Herzogtum Preußen

Diesen Tag, den 28. August 1612, und mit ihm neun weitere, hat es im Herzogtum Preußen niemals gegeben. Auf den 22. August folgte sogleich der 2. September. So hatte es Kurfürst Johann Sigismund in Umsetzung der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 angeordnet. Damals waren zehn Tage auf Weisung Papst Gregors XIII. ausgelassen worden, um den im Jahre 45 v.u.Z von Caesar eingeführten Julianischen Kalender wieder mit dem Sonnenjahr in Übereinstimmung zu bringen. Die sinnvolle Neuregelung war jedoch von den protestantischen Staaten zunächst einhellig abgelehnt worden. Der in dieser Frage großzügige Kurfürst Johann Sigismund konnte es sich nicht leisten, die lutherische Geistlichkeit in Brandenburg mit einem solchen Entgegenkommen gegen den Papismus zu reizen, weshalb die Mark noch bis 1700 den alten Kalender behielt. Im weit entfernten ostpreußischen Herzogtum jedoch war die Änderung machbar, und so führte er sie durch. Die protestantischen Reichsstände versprachen mit dem Regensburger Reichsschluss vom 21. September 1699, sich den inzwischen überwiegend gültigen Regelungen anzuschließen, mit ihnen auch Brandenburg. Dort folgte der 1. März auf den 18. Februar 1700 – womit die Hohenzollernlande wieder eine gemeinsame Zeitrechnung hatten.

29. August 1756 Mit dem Einmarsch in Sachsen eröffnet Friedrich II. den Siebenjährigen Krieg

Die von Friedrich dem Großen gewählte Prävenire, der Versuch, der gegnerischen Koalition aus Russen, Österreichern, Sachsen und Franzosen zuvorzukommen, war der letzte einer Reihe von Schritten, der zum Siebenjährigen Krieg führte. Es ist zweifelhaft, ob sich dieses Bündnis auch ohne die Konvention von Westminster (Bündnis mit England) und diesen Einmarsch zu aktivem Handeln gegen Preußen zusammengefunden hätte. Die Besetzung Sachsen folgte auch wirtschaftlichen Notwendigkeiten: Friedrich äußerte zynisch, Sachsen sei wie ein Mehlsack, wann immer man draufschlage, komme etwas heraus. Danach allerdings zeichnet sich das weitere Vorgehen des Preußenkönigs durch erstaunliche Konzeptionslosigkeit aus.

30. August 1757 Schlacht bei Groß-Jägersdorf

Feldmarschall Johann v. Lehwaldt hatte mit 28 000 Mann die Aufgabe bekommen, Ostpreußen gegen die Russen zu sichern. Deren Feldmarschall Apraxin versuchte mit großer Übermacht, die Preußen zu stellen. Der Plan, Lehwaldt einzukreisen, mißlang. Auch hatten die Russen zunehmende Schwierigkeiten mit ihrer Logistik. Apraxin wandte sich daraufhin gegen Königsberg. Um dessen Einnahme zu verhindern, griff Lehwaldt, den Weisungen seines Königs folgend, die 55 000 Russen bei Groß-Jägersorf an. Er erlitt trotz tapferen Kampfes eine Niederlage. Allerdings war die Situation des Feindes nach seinem Sieg auch nicht viel besser: Die Russen hatten schwere Verluste erlitten, ihr Versorgungsproblem war immer noch nicht gelöst. Hinzu kamen politische Querelen, und Anfang September marschierte Apraxins Armee unverrichteter Dinge wieder ab. So hatte Lehwaldts tapferer Angriff sein Ziel eigentlich erreicht. Daß ihn Friedrich mit seiner Ungnade verfolgt haben soll, ist nicht beweisbar. Seine Abberufung geschah unter ehrenvollem Anschreiben und war eher dem Alter Lehwaldts (geb. 1685) geschuldet.

30. August 1813 Schlacht bei Nollendorf

General von Kleist, später mit dem Ehrennamen „von Nollendorf“ ausgezeichnet, entschloß sich auf eigene Iniative und unter dem Einfluss seines Stabschefs Grolman, den französischen General Vandamme, der ob seiner großen Härte in Deutschland besonders unbeliebt war, anzugreifen. Nachdem am Vortage russische Truppen unter dem Herzog Eugen von Württemberg den Vormarsch des französischen Generals zum Stehen gebracht hatten, führte nun Kleist einen Umgehungsangriff aus und fiel ihm mit seinen vier Brigaden in den Rücken. Er schlug sein Korps bei Nollendorf und Culm vernichtend und konnte Vandamme gefangennehmen.

31. August 1914 Siegreiches Ende der Schlacht bei Tannenberg

Der Schlieffenplan in seiner revidierten Form sah bei Kriegsbeginn den Einsatz von sieben Armeen im Westen und nur einer im Osten vor. Diese 8. Armee erlitt unter General v. Prittwitz und Gaffron eine Niederlage bei Gumbinnen durch die schneller und in größerer Stärke als erwartet in Ostpreußen eingefallenen Russen. Prittwitz wurde abgelöst, Ludendorff zum Stabschef der 8. Armee ernannt und der reaktivierte General v. Hindenburg zu deren Kommandeur. Es gelang, vom 26. – 31.8. die russische Narew-Armee bei Tannenberg einzukreisen und größtenteils zu vernichten. In einer zweiten, weniger spektakulären Schlacht bei den Masurischen Seen wurde auch die Neman-Armee in der ersten Septemberhälfte aus Ostpreußen vertrieben. Später erhob sich Streit darüber, wer den Sieg für sich reklamieren könne – Ludendorff, General Hoffmann oder Hindenburg selbst. Letzterer äußerte dazu trocken: „Ich weiß nicht, wer die Schlacht bei Tannenberg gewonnen hat. Aber ich weiß, wenn sie verloren gegangen wäre, dann hätte ich sie verloren.“

 
 
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